Neue Rundschau
Die NEUE RUNDSCHAU im 122. Jahr
Herausgeber: Hans-Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel
"Eine freie Bühne für das moderne Leben schlagen wir auf. Im Mittelpunkt unserer Bestrebungen soll die Kunst stehen; die neue Kunst, die die Wirklichkeit anschaut und das gegenwärtige Dasein." So stand es auf der ersten Seite des 1890erschienenen ersten Hefts der Freien Bühne für modernes Leben. Die „neue Kunst",das meinte damals nicht zuletzt den Naturalismus, doch waren die Grenzen - ganz wieim Verlagsprogramm Samuel Fischers - nicht eng gezogen. Um die Abgrenzungenzwischen den Lagern sollte sich die Zeitschrift auch unter ihrem neuen Namen, densie ab 1904 führte, recht wenig kümmern: Die Neue Rundschau wurde schnell zumarrivierten Forum moderner Literatur und Essayistik. Das lässt sich an den Namen derBeiträger ablesen, doch fast ebenso deutlich an dem Umstand, dass die avantgardistischen Bewegungen der Zwischenkriegszeit selten ohne Seitenhieb auf sieauskamen.
Nach 1945 entfielen die Anlässe zu solchen Scharmützeln; die Neue Rundschau hielt ihre Stellung als eine der großen europäischen Kulturzeitschriften.Blättert man in ihren Jahrgängen, sieht man sich einer beeindruckenden Traditiongegenüber, die es fortzusetzen gilt. Zu ihr gehört die Verbindung zwischen Essays undLiteratur, zwischen theoretischen Reflexionen und Stücken poetischer Praxis,zwischen den Wissenschaften und den Künsten. Die Neue Rundschau versteht sich alsein Ort intellektueller Debatten, literarischer Neuentdeckungen und Wiedererinnerungen.
